Chronik > Turnvater Jahn

Vereinsfahne von 1898
 Vereinsfahne aus der Geschäftsstelle der Sportgemeinschaft Misburg

 

Friedrich Ludwig Jahn,

wurde am 11. August 1778 in Lanz als Sohn eines Pfarrers geboren. Er wurde zuerst vom Vater unterrichtet. 1791 besuchte er das Gymnasium in Salzwedel (Altmark), das 1931 nach ihm benannt wurde (Jahngymnasium Salzwedel), ab 1794 das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, das er zwei Jahre später ohne Abschluss verließ.

Ohne das dafür erforderliche Abitur immatrikulierte er sich 1796 an der Universität Halle zum Theologiestudium und verbrachte sieben Jahre an verschiedenen Universitäten, darunter der Universität Greifswald, die er, wie schon die Gymnasien, wegen schlechter Führung und seines nie bestandenen Abiturs verlassen musste.

Jahn nahm eine Stelle als Hauslehrer an und befasste sich intensiv mit deutscher Sprache und Geschichte. Er trat in Halle für die Reinheit der deutschen Sprache ein und verfasste die Schrift Patriotismus in Preußen, daraufhin musste er Halle verlassen und ging nach Breslau. Häufig verbarg sich Jahn um 1800 in Halle in einer Höhle in einem Felsen an der Saale, heute als Jahnhöhle bekannt.

1800 wurde ihm in Leipzig der Prozess gemacht und ein Verbot für alle deutschen Universitäten ausgesprochen. 1802 begegnete er Ernst Moritz Arndt an der Universität Greifswald; die vaterländische Idee des „Vereinigten Deutschland” erwuchs. Zwischen Juli 1801 bis Januar 1802 hielt er sich an der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ohne Immatrikulation auf.

1813 kam er wiederum in dem von Franzosen wimmelnden Frankfurt (Oder) vorbei auf dem Wege nach Breslau, dem heutigen Wroclaw, um dort für den Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft in das Lützowsche Freikorps einzutreten. Er hat auf den Laudonsbergen der Frankfurter Dammvorstadt die Schaffung des ersten Turnplatzes 1813 angeregt.

Bald darauf verließ er Greifswald ohne Abschluss, ging zunächst nach Neubrandenburg, wo er 1803–1804 als Hauslehrer die Kinder des Barons le Fort unterrichtete und auch später mehrfach weilte, dann auf die Glashütte Sophienthal bei Waren (Müritz) und schließlich als Privatlehrer nach Jena. 1807 traf er Johann Christoph Friedrich Guts Muths in Schnepfenthal, dem er Impulse für das Turnen in Deutschland verdankt. Während des Krieges (Schlacht bei Jena und Auerstedt) fungierte er als Kurier im Regierungsauftrag. 1810 wurde er an der Plamannschen Erziehungsanstalt in Berlin tätig, scheiterte dann aber an einer Prüfung für die Oberlehrerstelle in Königsberg. Er wurde Hilfslehrer in Berlin und widmete sich der Turnerei.

In seiner schon 1808 skizzierten Schrift Deutsches Volkstum, die 1810 in Lübeck erschienen, skizzierte er erstmals seinen so rabiaten wie xenophoben Nationalismus, in dem er eine angeblich gottgewollte Sonderstellung der deutschen Nation mit schroffen Angriffen auf die „Ausländerei” und „Verwelschung” seiner Zeit verband:

Als Ziel nannte er hier ein „Großdeutschland”, zu dem auch die Schweiz, Holland und Dänemark gehören würden. Hauptstadt solle die neue Stadt „Teutonia” werden, die in Thüringen gegründet werden sollte, wo sich die Fernstraßen aus den dann deutschen Grenzstädten Genf, Memel, Fiume, Kopenhagen, Dünkirchen und Sandomierz treffen würden.

Aus den ausgedehnte Wanderungen, die Jahn mit seinen Schülern unternahm, entwickelte sich schließlich regelmäßiges Turnen. Am 19. Juni 1811 wurde der erste deutsche Turnplatz auf der Hasenheide bei Berlin eröffnet, der mit Geräten nach dem Vorbild von Guts Muths ausgestattet wurde. Ebenso entstammten die Leibesübungen, die Jahn Turnen nannte, dem Vorbild Guts Muths, allerdings meinte Jahn mit Turnen die Gesamtheit aller Leibesübungen: Gerätübungen wurden weiter entwickelt und durch Spiele, Schwimmen, Fechten und Wandern ergänzt.

Jahn entwickelte das Turnen weiter zur „patriotischen Erziehung zur Vorbereitung auf den Befreiungskrieg”. Er sah die Entwicklung des Turnens in engem Zusammenhang mit politischen Zielen: der Befreiung Deutschlands von Napoleonischer Herrschaft, der Idee eines künftigen deutschen Reiches unter preußischer Führung und der Teilnahme der einzelnen Staatsbürger am Wohl und Weh des Ganzen. Auch das Turnen ordnete er politischen Gesichtspunkten unter. Jahn wollte die Jugend für den Kampf gegen Frankreich trainieren.

Mit der Niederlage Napoleons 1813 wurde die Voraussetzung für die nationale Befreiung Deutschlands geschaffen. Mit dem Sieg der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Jahns Wunsch in gewissem Sinn Wirklichkeit. Er trat mit seinen Turnern dem Lützowschen Freikorps bei.

1813, in der Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig, forderte Jahn: „... freie Rede, Verfassung, Einheit des Vaterlandes...” Im selben Jahr nahm Jahn in Berlin den in der Zwischenzeit von Ernst Eiselen geleiteten Turnbetrieb wieder in seine Hand. Er half bei der Verbreitung des Turnens, wo es ihm möglich war: Er schickte Vorturner und besuchte auf seinen Turnfahrten selbst verschiedene Turnplätze.

Am 12. Juni 1815 wurde in Jena die Urburschenschaft gegründet. 1816 erschien das Buch Die Deutsche Turnkunst (mit Ernst Eiselen).

Am 15. Oktober 1852 verstarb Friedrich Ludwig Jahn in Freyburg (Unstrut).

Weitere Informationen und Quelle: www.wikipedia.de

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