Vom MTV 1896 zur Sportgemeinschaft Misburg

Daten der Vereinsgeschichte - Eine Chronik von Herbert Engelhard

1896 Am 24.Juni 1896 fand in der damaligen Gastwirtschaft Oppenborn die Gründung eines Sportvereins statt, der den Namen „Männer-Turnverein-Misburg von 1896" erhielt. Der erste Leiter war Karl Bruns.

Gründung1906 Nachfolger von K. Bruns, der krankheitshalber den Vorsitz niederlegen mußte, wurde August Gutjahr, unter dessen Leitung in den Jahren 1912-1914 die ersten sportlichen Höhepunkte erzielt wurden.

1918 Nach dem Ende des 1. Weltkrieges nahmen die Mitgliederzahl und die sportlichen Leistungen einen stetigen Aufschwung. Neuer Leiter des Vereins wurde Gustav Ehlers. Nachfolgend waren Georg Harms und Walter Feuring als Vorsitzende tätig.

Frauen1923 Die erste Frauenabteilung wurde durch die Initiative von Arthur Jöhrens gegründet. Unter der Leitung von Frl. Herta Reckling setzte sich auch in diesem Bereich der Aufwärtstrend fort. Ihr zur Seite stand Frl. Betty Ahrens.
Die Erbauung des Jugendheimes mit Turnhalle durch die Gemeinde Misburg brachte weiteren Auftrieb in das sportliche Leben.

1926 Der Ausbau eines eigenen Turn- und Spielplatzes neben der jetzigen Ludwig-Jahn-Straße, unter aktiver Mitarbeit unermüdlicher Sportler, brachte einen beachtlichen Aufschwung für die Sportarten Handball und Faustball.

Erfolge1928 Die größten Erfolge waren die Siegerkränze des 14. Deutschen Turnfestes in Köln und des 15. in Stuttgart 1933 durch Georg Harms.

1933 Dieses Jahr machte der sportlichen Entwicklung wiederum ein Ende. Die Sportvereine „MTV Vater Jahn" (gegr. 1903) sowie „Freie Turnerschaft Misburg" (gegr. 1906) wurden von den damaligen Machthabern nicht anerkannt und mußten die sportliche Tätigkeit einstellen. Nach einer gemeinsamen Sitzung fand 1936 eine Verschmelzung der Vereine mit dem „MTV Misburg v. 1896" statt. Den Vorsitz übernahm Georg Harms.

1939 Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges war es nur eingeschränkt möglich, den Sportbetrieb bis 1943 aufrechtzuerhalten. Permanente Bombenangriffe und die Zerstörung der Sportanlagen machten dem Sport ein Ende.

1945 Nach dem totalen Zusammenbruch gab es praktisch keine Sportvereine mehr. In Misburg ergriff Johann Piltz die Initiative, wieder einen Sportverein zu gründen, der allen Bevölkerungsschichten die Möglichkeit bieten sollte, sich ihren Neigungen entsprechend sportlich zu betätigen. Nach ersten Besprechungen mit anderen Interessenten sollte dieser Verein politisch wie konfessionell neutral sein. Am 29.08.1945 wurde dann in der damaligen Gastwirtschaft „Meyers Garten" das Gründungsjahr 1896 vom ältesten Turnverein übernommen und die „Sportgemeinschaft von 1896 Misburg e.V." gegründet, dessen erster Vorsitzender Johann Piltz wurde.

1946/1947 Die SGM fand Anerkennung in Misburg, und es kamen immer mehr Sportbegeisterte, um im Verein weitere Sportarten auszuüben. So kamen zu den schon bestehenden Sparten Turnen, Handball, Fußball und Leichtathletik nun auch Freunde des Tischtennis, des Schwimmsports und die Boxbegeisterten dazu. Sogar eine Sparte für Schachspiel war einige Jahre in der SGM tätig.

Kriegsjahre1949 Auch in der Kommune Misburg fand der Sport Förderer. Nach einem Beschluß des Rates der Gemeinde Misburg ist der Sportplatz „Weiße Erde" in der damaligen Bahnhofstraße gebaut worden, so daß nun eine zusammenhängende Sportanlage, umfassend das Jugendheim mit der Turnhalle, den Rasensportplatz und das Schwimmbad, für Jugendpflege, Sport und Körperkultur zur Verfügung standen. Der Sportplatz „Weiße Erde" waranläßlich des Kreisturn- und Sportfestes am 25./26.Juni 1949 in Betrieb genommen worden.

1954 In diesem Jahr trat erstmals ein Wechsel in der Vereinsführung ein. Heinz Homburg wurde als 1. Vorsitzender gewählt. Diese Position mußte er aus beruflichen Gründen 1957 wieder aufgeben.

1958 Johann Piltz übernahm wiederum die Leitung des Vereins, die er mit großem Engagement bis zum Jahre 1965 ausübte.

1959
Im Februar 1959 erfolgte die Gründung der Judo-Abteilung. Diese jüngste Sparte hatte unter dem unvergessenen Nikolaus Müller als Abteilungsleiter bald regen Zuspruch von Mitgliedern, so daß der Judo-Sport in Misburg einen dynamischen Aufschwung erlebte.

In diesem Jahr hatte die SGM erstmals über 1000 Mitglieder zu verzeichnen. Den sich ändernden Sportbedingungen folgend, mußte auch die Satzung aus dem Jahre 1946 erstmals erneuert und den Vorgaben des Landessportbundes angepaßt werden.

1960 Viele Mitglieder der Boxabteilung lösten sich von der SGM und machten sich als „BC Germania" selbständig. In den 12 Jahren ihres Bestehens als Abteilung der SGM hatten die Boxfreunde gute Kämpfer ausbilden können und beachtliche Leistungen erzielt. So konnten unter dem Training des Sportfreundes Jochen Piosik viele Bezirks-, Verbands- und Landesmeisterschaften errungen werden. Den größten Erfolg verbuchte Manfred Hass im Jahre 1956, als er durch einen Punktsieg Deutscher Meister im Weltergewicht wurde. Eine verkleinerte Boxabteilung bestand in der SGM weiter, hatte jedoch Nachwuchsschwierigkeiten, wie auch die Schachabteilung, und mußte aufgelöst werden.

1961 Die Fußballabteilung löste sich Ende des Jahres geschlossen von der SGM und machte sich wieder unter dem Namen „FC Stern Misburg" selbständig. Unter diesem Namen bestand der „FC" schon seit 1919, nach der Gründung des Clubs als „FC Teutonia" im Jahre 1913.

Boxer1962 Aufgrund der Abgänge der Boxer und Fußballer war der Mitgliederbestand wieder auf 862 zurückgegangen. Dafür gab es aber vermehrt Streitigkeiten um Trainingszeiten in den Hallen und auf den Sportplätzen mit den nun selbständigen Vereinen.

1963 Eine erfreuliche Nachricht konnten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung zur Kenntnis nehmen. Der damalige Bürgermeister und langjährige Sportfreund Harry Pott gab bekannt, daß die Gemeinde Misburg ein neues Schwimmbad in ihre Planung einbezogen habe.

1964 Der Mitgliederschwund der vergangenen Jahre war fast wieder ausgeglichen.

Die umfangreicher werdenden Aufgaben für sportliche Organisation und Mitgliederbetreuung machten es erforderlich, den geschäftsführenden Vorstand auf vier Sportfreunde zu erweitern. Auch die zweite Überarbeitung der Satzung war erforderlich.

Neubau SportparkIm September gab Bürgermeister und Sportfreund Harry Pott mit dem ersten Spatenstich das Startzeichen für den Baubeginn des neuen Sportparks der im Juli 1963 zur Stadt gewordenen Gemeinde Misburg an der Ludwig-Jahn-Straße. Ein erfreuliches Ereignis für alle Sporttreibenden.

1965 Auf der Jahreshauptversammlung wurde Heinz Homburg wie-der zum Vorsitzenden der SGM gewählt. Dank des großzügigen Sportstättenbaues der damaligen Stadt Misburg stand der Weiterentwicklung der SGM nichts mehr im Wege. Ende des Jahres waren wieder über 1000 Mitglieder zu verzeichnen.

1967 In allen Abteilungen wurde gute sportliche Arbeit geleistet. Engagierte Trainer spornten immer wieder zu Höchstleistungen an, und die Erfolge blieben nicht aus. So konnte die erste Wasserball Mannschaft im September die „Deutsche Meisterschaft für Vereine ohne Winterbad" (VOW) erringen.

Bald darauf erreichte eine Hiobsbotschaft die Schwimmfreunde. Durch das Abrutschen der Steinbruchsböschung eines Zementwerkes war die Standsicherheit der Beckenwand nicht mehr gewährleistet. Das Schwimmbecken wurde geschlossen, und unsere Sportler mußten sich für einige Monate nach anderen Trainingsmöglichkeiten umsehen. Sie fanden diese im neu erbauten Hallenbad in Anderten.

1968 In diesem Jahr konnte das von der Stadt Misburg gebaute neue Schwimmbad an der Ludwig-Jahn-Straße in Betrieb genommen werden, so daß unsere Sportler wieder gute Trainingsmöglichkeiten vorfanden.

1969 Die SGM bekam wieder eine altbewährte Sportart dazu. Im August stellten die Boxfreunde vom „BC Germania" den Antrag auf Wiederaufnahme in die SGM. Nach Diskussionen im Vorstand wurde im Interesse des Sports diesem Antrag stattgegeben, und die SGM hatte ab Oktober 1969 wieder eine Boxabteilung.

Ebenfalls im Oktober konnte der Verein eine Geschäftsstelle einrichten. Nach ein paar Episoden von kurzer Dauer in anderen Räumen konnte die SGM bei Turnbruder Hugo Jöhrens in der Heinrichstraße nun ein dauerhaftes Quartier beziehen.

Die Mitgliederstärke war im Laufe des Jahres auf über 1100 angestiegen. Der steigende Verwaltungsaufwand machte es erforderlich, Mitgliederbestands- und Finanzverwaltung durch Einsatz eines hauptamtlichen Geschäftsführers erledigen zu lassen.

1970 Erstmalig wurden mit der Einladung zur Jahreshauptversammlung schriftliche Berichte des Vorstandes und der Abteilungen den Mitgliedern übersandt.

Dank des Entgegenkommens der Schulverwaltung des Landkreises Hannover gelang es, in der damaligen Albert-Schweitzer-Schule einen Trainingsring für die im Vorjahr wieder aufgenommene Boxabteilung einzurichten.

Mit großem Einsatz hatte Heinz Homburg den Verein geleitet, mußte aber aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt anmelden. Es fielen gleichzeitig weitere Vorstandsmitglieder aus, so daß eine Krise entstand. Unter der Leitung des unermüdlichen Heinz Engelke, einigen Helfern und in Zusammenarbeit mit den Abteilungsleitern wurden bis zur nächsten Jahreshauptversammlung die Geschäfte des Vereins weitergeführt.

Die Vorbereitungen für das im darauffolgenden Jahr stattfindende 75Jährige Jubiläum konnten beginnen.

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